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Rathausgalerie Sankt Ingbert:

Interpretationen von schön bis kriminell

Die ersten Ideen liegen bereits gut zwei Jahre zurück, dann über ein Jahr konzentrierte Ausarbeitung in Acryl auf Leinwand. Was hinter meinem derzeit neuen Thema durch den Kopf ging, fand sich eigentlich treffend und erschöpfend beschrieben in einem Artikel der Saarbrücker Zeitung kurz vor der Ausstellungseröffnung:

 

Schmücken, Schützen, Tarnen, Täuschen

Die Grenzen zwischen dem Schmücken, Schützen, Tarnen und Täuschen sind fließend und jeder der Begriffe lässt im wörtlichen Sinne jeweils mehrere Interpretationen von schön und sympathisch über praxisorientiert praktisch bis überlebensnotwendig zu – ein Thema, dem sich Jutta Mohr mit ausdrucksstarken Acrylgemälden gewidmet hat. Sie zeigt in ihrer Sammlung mit über 46 Leinwandmotiven einerseits mit Tieren und ihren angeboren zweckgebundenen Erscheinungen und anderseits mit Menschen, die die vielfältigen Möglichkeiten der Veränderung für ihre ganz persönlichen Zwecke nutzen. Während in der Fauna Sinn und Zweck der äußerlichen Erscheinung in der Regel ersichtlich ist wie das Titelmotiv CHLOROPHYLL sehr schön zeigt, werden in der komplexen Welt des Menschen die wahren Charaktere und Absichten geschönt und kaschiert oder gar ins Gegenteil verkehrt.

 

Die von Jutta Mohr herausgearbeiteten Motive zeigen Menschen, die sich ganz einfach um des Schmuckes willen oder ihrer selbst schmücken und andere, die den Schmuck um der Täuschung willen missbrauchen. Durchweg sind es Gesichter, mit deren Mimik und Ausdruck man sich schon einmal beschäftigt hat, auch wenn es nur flüchtig war. In der Ausstellung der Rathausgalerie, Am Markt 12, in St. Ingbert, begegnen Sie diesen farbbetonten, meist 1 x 1 Meter großen Konterfeis auf Augenhöhe und können deren Sein und Schein hinterfragen. Zudem werden die mit kräftigen Farben gegenständlich umgesetzten Themen von bedacht ausgewählten Bildtiteln ergänzt, mit der Jutta Mohr die Story eines jeden Motivs mit teils spitzer Feder angerissen hat. Wenn sie z.B. mit SALVATOR auf die teils abstrusen Millionengeschäfte in Kunst und Fußball anspielt oder mit dem Motiv EURO6 versucht, nebulöses Tarnen und Täuschen zu relativieren oder mit NIKOHASE wohlwollend und sympathisch über unsere schnelllebige Zeit schmunzelt.

 

Die Gemälde sind nicht nur neu im Sinne des Jahrgangs 2018, sondern auch neu und anders als die der bisherigen Serien, neu im Thema und neu in der Pinselführung, auch zwei Collagen sind dabei. Dennoch ist sie ihrer gegenständlichen und farbenfrohen Art treu geblieben. In die Gedanken, Entwicklung und Entstehung der Acrylbilder wird Jutta Mohrs Freundin und Kunstpädagogin Traudel Bennoit aus Völklingen bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 28. Oktober 2018, 11 Uhr einführen.

Dieser Artikel schien zumindest die Leser der SZ so neugierig gemacht zu haben, dass sich die Besucherzahl gegenüber bisherigen Ausstellungen nahezu verdoppelte. Auch die nachfolgend positive Resonanz in den persönlichen Gesprächen und im Gästebuch zeugten von einer regen Auseinandersetzung mit den teils tiefsinnigen Werken. Das hat mich sehr gefreut.

 

Erheblich zum Verständnis beigetragen hatte die Laudatorin Traudel Bennoit mit ihrer gehaltvollen und geschliffenen Einführung in das wahrlich nicht einfache Thema – liebe Traudel, dir über diesen Weg nochmals ein herzliches Danke.

Gefreut habe ich mich auch über den Besuch meines ehemaligen Kommilitonen Alfons Kiefer, einem weltweit bekannten und gefragten Illustrator des Fotorealismus, der aus seiner Wahlheimat München angereist war, um u.a. sein zwiespältiges Portrait „Alfonix“ in Augenschein zu nehmen. Über das Like seines Daumens bin ich denn auch besonders stolz.

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