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Geschichten hoch zwei:

Kunst im Weg von Großenwieden bis Welsede

KUNST-IM-WEG ist eine einmalig bürgernahe Initiative, vom Culturverein Hessisch Oldendorf ins Leben gerufen und engagiert betrieben und von den Einwohnern von Großwieden und Welsede hilfsbereit unterstützt. So räumten die Bürger ihre Scheunen und Garagen und öffneten sogar eine altehrwürdige Kirche aus dem 13. Jahrhundert zugunsten der vom 08.-11.09.2016 mit offenen Armen spürbar herzlich willkommenen Künstlerinnen und Künstler – solch Gastfreundlichkeit und unerwartet große Neugier auf Kunst ist mir bis dato noch nicht begegnet, einfach toll.

Für die Präsentation meiner 12 übereinander angeordneten Bilderpaare war mir die geräumige Garage von Mutter Frieda und ihrer Tochter Angela zugewiesen worden. Auch hier wieder wohltuende Fürsorglichkeit. Kaum war der erste Nagel in der Wand, wurden mir und meinem Mann Werner nicht nur Kaffee und Kuchen aufgetischt, man kaufte auch noch ein Bild und bevor wir die Heimreise antraten, „mussten“ wir uns noch am heimischen Obstgarten bedienen und durften auch den frisch geschnittenen Zweig Rosen nicht verweigern.

Die Aufmerksamkeit und Begeisterung wurde bei der Vernissage am 09.09.2016 noch einmal übertroffen: Um die in einer herausgeputzten Scheune aufgereihten 200 Stühle begann schon früh die Reise nach Jerusalem, 100 Gäste mussten sich mit Stehplätzen und Stehtischen begnügen, was auch Vorteile hatte – letztere standen im direkten Servicebereich der Getränkestände.

 

Wer nun annimmt hier wäre es nur um Nettigkeiten gegangen, zurück zur Kunst: die Einführung in diese Ausstellung war kompetent und informativ für jedermann. Dass dann auch noch alle 17 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland einzeln auf der Bühne vorgestellt wurden, machte diese Vernissage nicht nur informativ, sondern auch sehr sympathisch. Auch erwähnenswert und bei anderen Events keineswegs üblich, war die vor der Vernissage den Künstlerinnen und Künstlern vorbehaltene Führung zu allen 17 Ausstellungsorten, bei der die Artisten die Gelegenheit hatten, sich und ihre künstlerischen Gedanken gegenseitig vorzustellen. Am Freitagabend gab es ein kostenfreies Abendessen in geselliger Runde mit den Gastgebern, den ehrenamtlichen Helfern und den Projektleiterinnen Barbara Jahn und Britta Samsen-Huch. Und last but not least gab es am Samstagabend ebenfalls ein Abendessen in dem uns überraschenden Rahmen der Wahl einer Weinprinzessin – Hauptsponsor: eine Weinkellerei  in Edenkoben/Pfalz!

Ach ja, da war noch was. Während einige die Einladung der kostenlosen Privatunterkunft nutzten, gönnten wir uns im Hof Klostermann drei Nächte inkl. Landfrühstück an einem von Frau Klostermann zusammengestellten gemeinsamen Tisch mit anderen Ausstellungsteilnehmern. Auch hier wieder Daumen hoch. Und als wäre es ein Programmpunkt für uns zwei gewesen, gab es noch ein Treffen mit einem Saarländer, der sein Herz in Großenwieden verloren hat.

Und die Erinnerungen an diese herrliche Veranstaltung bleibt nicht nur wegen der tiefen Emotionen wach. In unserem Wohnzimmer hält auch die in Welsede von der Kollegin Ragna Reusch-Klinkenberg o.T. gekaufte und von uns „Ragna“ getaufte Skulptur die Erinnerung an unser verlängertes Kunstwochenende wach.

Und noch etwas. Die beiden Dörfer Großenwieden und Welsede kommen gerade mal auf 900 und 450 Einwohner. Um alle Orte der Ausstellung KUNST-IM-WEG zu besuchen, musste man über 14 km des Weges gehen. Wenn jetzt jemand meint, dass da ja wohl kaum einer alle Stationen abgelaufen wäre, der täuscht sich. Alleine in unserer Ausstellung wies Werners Strichliste schlussendlich 782 (in Worten:

siebenhundertzweiundachzig!) Besucher aus.

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